Teilprojekt 3
Holzprodukte/Substitutionspotenziale
Universität Hamburg, Mechanische Holztechnologie
Johannes Welling [johannes.welling(a)vti.bund.de]
Sebastian Rüter [sebastian.rueter(a)vti.bund.de]
Die für eine Quantifizierung der Kohlenstoffspeicherung in Holzprodukten notwendige Sammlung und Auswertung relevanter Literatur zum Thema wurde abgeschlossen.
Es wurden bereits die folgende Datenquellen zur Erfassung des Holzsektors herangezogen:
Statistiken der UNECE
Bundesarchive (auch für Daten der DDR)
FAO/UNECE FAOSTAT
Daten über Marktverwendung von Holzprodukten
Die gesamte Speicherwirkung hängt im Wesentlichen von der Lebensdauer der der jeweiligen Produkte, und diese wiederum von den einzelnen Verwendungsbereichen ab. Daher wurde damit begonnen existierende Holzmarktanalysen auszuwerten und die Daten für die Verwendung in dem Kohlenstoffspeichermodell aufzubereiten. Anschließend werden die berechneten Mengen der Produkte in den einzelnen Verwendungs-bereichen den durchschnittlichen Lebensdauern zugeordnet, die für diese Marktsegmente bekannt sind. Verschiedene Berechnungsansätze wurden analysiert und auf ihre Eignung für das Projektziel untersucht. Diese sollen soweit möglich in der Modellierung der Berechnungssoftware berück-sichtigt werden.
Die von den IPCC Guidelines genannten Ansätze zur Abschätzung der Kohlenstoffspeicherung sind:
Production Approach
Stock Change Approach
Atmospheric Flow Approach


Abbildung berechent mit IPCC HWP Model (TIER 1, S.Rüter)
Die Abbildung zeigt vorläufige Ergebnisse des Testlaufs nach dem Stock Change Approach. Dargestellt ist die potenzielle Auswirkung von veränderten Lebensdauern der Holzprodukte je nach der angegebenen Anwendung:
Wissenschaftlicher Austausch zu den Speicherpotenzialen in Holzprodukten findet statt in:
Kooperationen mit weiteren Verbünden des Schwerpunktes „Nachhaltige Waldwirtschaft“ des BMBF, wie z.B. mit ÖKOPOT.
Der Teilnahme Deutschlands an der von der International Energy Agency durchgeführten Task 38, welche sich „Greenhouse Gas Balances of Biomass and Bioenergy Systems“ zum Thema gesetzt hat
Der Teilnahme an der 15. EU-Biomassekonferenz in Berlin, auf welcher die IEA Task 38 einen Workshop abhielt, auf dem die Kohlenstoffspeicherung in Holz im Rahmen eines Vortrags thematisiert und erste Ergebnisse dieses Teilprojektes vorgestellt wurden
Wissenschaftlichen Kolloquien über das Projekt: „Klimawirkung verschiedener Wald- und Holznutzungsszenarien in der Schweiz“
Teilnahme an der vom Holzabsatzfond organisierten Jahreskonferenz des European Wood Network auf der im Rahmen eines Vortrags zum Thema „Wood and Climate Policies“ über die Kohlenstoffspeicherung referiert wurde
Aufgrund der von Deutschland beschlossenen Anrechnung der Waldbewirtschaftung nach Artikel 3.4 des Kyoto-Protokolls und dem sich daraus ergebenden Forschungsbedarf auch hinsichtlich der Speicherwirkung von Holzprodukten werden die Ergebnisse dieses Teilprojektes eine nicht unerhebliche Rolle bei der Positionsfindung Deutschlands im weiteren politischen Prozess spielen.